Der Leib ist die Harfe der Seele
Kalil Gibran (1883 - 1931, liban. Philosoph

Angst-Panik-Agoraphobie

Charakteristisch ist das spontan erlebte Einsetzen höchst unangenehmer körperlicher Empfindungen wie: Herzrasen, Schweißausbrüche, Atemnot, Schwindel, Brustschmerzen, etc. 

Kognitive Symptome sind:
Angst, die Kontrolle zu verlieren, verrückt zu werden, einen Herzinfarkt zu erleiden, auch wenn ärztliche Untersuchungen ergaben, dass man gesund ist. Tritt so ein Anfall an einem öffentlichen Ort auf (z.B. Supermarkt, Kino, Bus) flüchtet der Betroffene an einen "sicheren Ort". So entsteht in Folge ein charakteristisches Vermeidungsverhalten ("Angst vor der Angst"), das die Bewegungsfreiheit des Betroffenen immer weiter einschränkt.

Mit Hilfe der Verhaltenstherapeutin lernt man nun, das Vermeidungsverhalten Schritt für Schritt abzubauen, einschränkende und  Angst machende Gedankenmuster zu überprüfen, zu verändern und neue Verhaltensweisen einzuüben.

Der Betroffene erhält nicht nur ideelle Unterstützung oder Erklärungsmuster, sondern wird in beängstigende Situationen begleitet und dabei unterstützt, aus dem Teufelskreis auszubrechen und neue Erfahrungen zu machen.

Bulimie

Unter Bulimie leiden viele Menschen, vor allem junge Frauen, oft über Jahre von ihrer Umwelt unbemerkt und können den Teufelskreis, fasten, essen und erbrechen allein nicht mehr durchbrechen. Die Lust am Essen, die "erlaubten" Nahrungsmittel werden immer eingeschränkter und unkontrollierbare Essanfälle machen alle guten Vorsätze zunichte. Erbrechen, Entwässerungstabletten, Abführmittel etc. verschlimmern oft die Problematik und können zu ernsten Gesundheitsschäden führen (Speiseröhrenverätzungen, Speicheldrüsenentzündungen). Schuldgefühle und oft auch Gewichtszunahme durch den strapazierten Stoffwechsel führen unweigerlich dazu, NOCH mehr Kontrolle übernehmen zu wollen, was zu weiteren Heißhungerattacken und leider zum gefürchteten Kontrollverlust führt.

Anorexie

Bei MAGERSUCHT (Anorexie) stehen das Abnehmen-müssen, der immer weiter fortschreitende Verzicht und die subjektive Wahrnehmung, trotz offensichtlichem Untergewicht, zu dick zu sein, im Vordergrund. Die Betroffene beschäftigt sich nur noch mit dem Thema Essen, kann letztlich aber nichts  mehr zu sich nehmen, weil Angst und Schuldgefühle übermächtig werden.

Die Verhaltenstherapie setzt sowohl an der somatischen und psychischen, als auch an der Verhaltensebene an. Nach einer genauen Analyse des Ernährungs- bzw. Diätverhaltens, der Randbedingungen des Essproblems (z.B. Stress, Einsamkeit, etc.) der aktuellen Lebenssituation etc. werden alternative Bewältigungsstrategien erlernt. Mit Hilfe   von Problemlöse- bzw. Genusstraining, Veränderung depressiver Gedankenmuster, körperliche Selbstwahrnehmungsverbesserung und einer Positivierung des Körpergefühls wird der Teufelskreis des selbstschädigenden Verhaltens wirksam durchbrochen.

Zwänge

Putz- und Waschzwang, Kontroll- und Zählzwänge sind wiederholte Verhaltensweisen, zu denen sich der Betroffene gezwungen fühlt, um sich wieder zu erleichtern oder einem befürchteten Ereignis vorzubeugen.

Zwangsgedanken sind immer wiederkehrende Gedanken, Impulse od. Vorstellungen, die der Betroffene selbst als sinnlos und störend empfindet. (Diese unterscheiden sich von Gedankeneingebungen von außen z.B. bei einer Psychose). Zwänge beschränken den Betroffenen weitgehend in seiner täglichen Zeiteinteilung.

Es ist sehr wichtig in der Therapie auch den Partner (Eltern) des Patienten einzubeziehen, damit er die Vorgehensweise versteht und sich als Co-Therapeut betätigen kann. Manchmal braucht der Patient anfangs auch medikamentöse Unterstützung, um seine Ängste zu bewältigen und die vermeintlich hilfreichen, eingeübten Handlungsweisen zu beenden.